Zusammenarbeit mit der Treuhand

In den meisten Schweizer KMU teilen sich zwei Parteien die Buchhaltung: Die Firma kennt ihre Geschäftsfälle, die Treuhand kennt die Regeln. Finito bringt beide in dieselbe Buchhaltung – ohne Belegordner per Post, ohne Excel-Listen per E-Mail. Dieser Artikel zeigt, wer was macht, wann es fällig ist und wo in Finito es erledigt wird: vom ersten Einrichten über den Monatsablauf mit Belegen, Bankauszügen und Lohn bis zum Jahresabschluss.

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Kurz gesagt: Die Firma liefert – Rechnungen, Belege, Bankauszüge, Lohnänderungen und die Post, die die Treuhand sehen muss. Finito bereitet vor – liest Belege aus, schlägt Konten vor, zeigt, was fehlt. Die Treuhand prüft und verbucht – rechnet den Lohn, reicht MWST und Lohnmeldungen ein und macht den Abschluss. Alle arbeiten im selben Datenbestand, und jede Buchung hält fest, wer sie erfasst und wer sie verbucht hat.

1. Zwei Arten der Zusammenarbeit

Bevor Sie loslegen, klären Sie mit Ihrer Treuhänderin, wie viel sie übernimmt. In der Praxis gibt es zwei Modelle – Finito unterstützt beide, und Sie können jederzeit wechseln.

Modell Die Firma … Die Treuhand … Passt, wenn …
A – Treuhand bucht stellt Rechnungen, lädt Belege hoch, importiert den Bankauszug verbucht alles, rechnet Lohn und MWST, schliesst ab Sie möchten möglichst wenig mit Buchhaltung zu tun haben
B – Firma bucht, Treuhand prüft verbucht Belege und Bankzeilen selbst, oft mit den KI-Vorschlägen prüft monatlich oder quartalsweise, korrigiert per Storno, macht MWST und Abschluss jemand im Büro bucht gern selbst und Sie möchten Treuhandstunden sparen

Die Aufgabenteilung in diesem Artikel folgt Modell A. Bei Modell B wandert das Verbuchen (Abschnitt 4, Schritt 3) zur Firma; alles andere bleibt gleich.

2. Der Start: einmal sauber aufsetzen

Der beste Zeitpunkt für den Start ist der Beginn eines Geschäftsjahres. Dann übernimmt die Treuhand nur die Schlussbilanz des Vorjahres, und alle Buchungen des neuen Jahres entstehen in Finito.

Ablaufdiagramm in sieben Schritten: 1 Verbinden und 2 Freigeben (gemeinsam), 3 Kontenplan, 4 Eröffnungsbilanz und 5 Regeln (Treuhand), 6 Bank und Lohn (Firma), 7 Erster Monat (gemeinsam).
Sieben Schritte bis zur Routine. Blau macht die Firma, grün die Treuhand, violett beide gemeinsam.

Schritt 1 und 2: Firma und Treuhand verbinden

  1. Die Treuhand schickt der Firma ihre Finito-ID (zu finden unter Meine Mandanten → Freigaben).
  2. Die Firma öffnet Meine Mandanten, klickt auf «Partner hinzufügen» und trägt die Finito-ID der Treuhand ein.
  3. Bei der Treuhand erscheint ein violettes Band mit der Anfrage. Sie klickt auf «Annehmen».
  4. Die Firma schaltet im Register Freigaben den Schalter «Impersonieren» ein. Erst damit darf die Treuhand in die Organisation der Firma wechseln und dort arbeiten.
Register «Freigaben» der Firma: oben die eigene Finito-ID mit Kopier-Symbol, darunter die Tabelle «Von mir freigegeben» mit der Limmat Treuhand AG, den eingeschalteten Schaltern «Ist aktiv» und «Impersonieren» und dem Status «Akzeptiert: Ja».
Die Sicht der Firma: Die Treuhand ist verbunden, aktiv und darf in die Organisation wechseln. Mit «Ist aktiv» stoppen Sie den Zugriff jederzeit, ohne die Verbindung zu löschen.
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Die Richtung ist wichtig: Wer Zugriff gewährt, trägt die Finito-ID dessen ein, der für ihn arbeiten soll. Die Firma fügt also die Treuhand hinzu – nicht umgekehrt. Details unter Mandanten und Partner.

Mandanten-Zugang oder eigener Benutzer?

Es gibt zwei Wege, wie Ihre Treuhänderin in Finito arbeiten kann:

Mandanten-Zugang (empfohlen) Benutzerin in Ihrer Organisation
Einrichten Verbindung über die Finito-ID, wie oben beschrieben Sie laden die Treuhänderin ein und geben ihr die Berechtigung «Zugriff auf Rechnungen» – sie schaltet die ganze Buchhaltung inklusive Lohn frei (siehe Benutzer & Rollen)
Mehrere Mandanten Ein Login für alle Mandanten; das Cockpit Meine Mandanten zeigt, was wo offen ist Ein eigenes Login pro Firma
Erwähnungen mit @ Die Treuhand kann Ihre Mitarbeitenden erwähnen, umgekehrt nicht (siehe Abschnitt 5) In beide Richtungen
Zugriff beenden Schalter «Ist aktiv» oder «Impersonieren» aus Benutzerin deaktivieren oder löschen
Benutzer-Chip oben rechts in Finito: Name «Sandra Keller», darunter die aktive Organisation «Demo Firma», am Avatar ein kleines Gebäude-Symbol.
Arbeitet die Treuhänderin beim Mandanten, zeigt der Kopfbereich ihren Namen und darunter die Organisation, in der sie gerade bucht.

Schritt 3 bis 5: Kontenplan, Eröffnung, Regeln – Sache der Treuhand

Diese Grundlagen legt die Treuhand fest, bevor die erste Buchung entsteht. Ein Kontenplan, der nachträglich umgebaut wird, zieht Umbuchungen nach sich.

  • Kontenplan, Geschäftsjahr und MWST-Methode im Einrichtungs-Assistenten unter Buchhaltung → Einrichtung. Übernehmen Sie die Kontonummern, mit denen die Treuhand bisher gearbeitet hat – siehe Kontenplan und MWST-Abrechnungsmethode.
  • Eröffnungsbilanz: Die Firma liefert die Schlussbilanz des Vorjahres, die Treuhand bucht sie im Assistenten als Eröffnung – siehe Umstieg mit bestehender Firma.
  • Buchungsanweisungen für die KI: Die Treuhand schreibt ihre Regeln in Klartext auf. Die KI berücksichtigt sie bei jedem Beleg – damit die Vorschläge von Anfang an auf die richtigen Konten zeigen.
Seite «Buchungsanweisungen» mit fünf Regeln, etwa «Swisscom- und Sunrise-Rechnungen immer auf 6510 Telefon & Internet buchen» und «Möbel und Geräte über CHF 1'000 sind Anlagen: 1510 Mobiliar bzw. 1520 Büromaschinen, nicht Aufwand».
Ein Satz pro Regel, mit Kontonummer und Firmenname. Das ist der wirksamste Weg, wie die Treuhand ihr Wissen an die Belegerkennung weitergibt – siehe Buchungsanweisungen für die KI.
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Lohnkonten sind fest vorgegeben. Der Lohnlauf bucht auf feste Nummern (u. a. 5000, 5700, 5800, 2260–2263, 1140). Diese Konten müssen im Kontenplan existieren, sonst lässt sich eine Lohnperiode nicht abschliessen. Hat Ihre Treuhand eine dieser Nummern bisher anders belegt, klären Sie das vor dem ersten Lohnlauf – die Liste steht unter Lohnbuchhaltung, Abschnitt 6.

Schritt 6 und 7: Bank und Lohn – Sache der Firma

Die Firma legt ihre Bankkonten an, erfasst die Mitarbeitenden mit ihren Lohndaten und importiert den ersten Bankauszug. Den ersten Monat gehen Firma und Treuhand am besten gemeinsam durch: Stimmen die Vorschläge? Fehlen Konten? Danach wird es Routine.

3. Wer macht was – die Übersicht

Die Tabelle ist eine bewährte Aufteilung für Modell A. Passen Sie sie mit Ihrer Treuhänderin an und halten Sie fest, was abweicht – dann weiss jede Seite, worauf die andere wartet.

Firma  Treuhand  = zuständig; in Klammern, wer mitwirkt.

Aufgabe Zuständig Wann Wo in Finito
Einmalig
Kontenplan, Geschäftsjahr, MWST-Methode Treuhand vor der ersten Buchung Buchhaltung → Einrichtung
Eröffnungsbilanz Treuhand (Firma liefert Schlussbilanz) zum Start Buchhaltung → Einrichtung
Buchungsanweisungen für die KI Treuhand zum Start, dann laufend ergänzen Einstellungen → Buchungsanweisungen
Bankkonten, Mitarbeitende, Lohndaten Firma (Treuhand prüft) zum Start, bei Änderungen Workflows, Lohnbuchhaltung
Laufend
Rechnungen stellen Firma laufend – Finito bucht sie selbst als Debitor Rechnungen
Belege fotografieren oder hochladen Firma laufend, spätestens Ende Monat Ausgaben
Fragen zu Belegen beantworten Firma (Treuhand fragt) innert weniger Tage Kommentar am Beleg, Fehlende Belege
Briefe von Behörden, Bank und Versicherungen, neue Verträge ablegen Firma sobald sie eintreffen Dateien → Treuhand → 01 Eingang
Eingang sichten, Unterlagen für die Firma ablegen Treuhand bei jedem Monatsdurchgang Dateien → Treuhand
Monatlich
Bankauszug (CAMT) importieren Firma erste Woche des Folgemonats Workflows → Import
Buchungsvorschläge prüfen und verbuchen Treuhand bis Mitte Folgemonat Workflows, Ausgaben, Journal
Lohnänderungen melden (Eintritt, Austritt, Pensum, Zulagen, Stunden) Firma vor dem Lohnlauf, etwa bis zum 15. Kommentar oder Lohnbuchhaltung
Lohnlauf rechnen, Lohnabrechnungen versenden, Periode abschliessen Treuhand etwa am 20.–25. Lohnbuchhaltung
Löhne und Lieferantenrechnungen im E-Banking freigeben Firma (Treuhand erstellt die Zahlungsdatei) vor dem Zahltag Lohnbuchhaltung, Zahlungslauf
Bankkonto abstimmen, Entwürfe leeren Treuhand nach dem Verbuchen Kontoblatt, Journal
Quellensteuer abrechnen (falls QST-pflichtige Mitarbeitende) Treuhand 30 Tage nach Monatsende Lohnbuchhaltung → Quellensteuer
Quartal und Jahr
MWST-Abrechnung erstellen und bei der ESTV einreichen Treuhand 60 Tage nach Periodenende MWST-Abrechnung
Lohnausweise, AHV-, UVG-, KTG-, BVG-Meldungen Treuhand bis 30./31. Januar Lohnbuchhaltung → Jahresübersicht
Inventar, offene Posten, Infos zum Jahresende liefern Firma Dezember / Januar Dateien → Treuhand → 03 Jahresabschluss
Abschlussbuchungen (Abschreibungen, Abgrenzungen, Rückstellungen) Treuhand Januar bis März Manuelle Buchung
Jahresabschluss in Finito (sperrt das Jahr) Treuhand (Firma gibt frei) nach Freigabe, spätestens 30. Juni Jahresabschluss
ℹ

Die Treuhand sieht viele dieser Punkte als Zähler in ihrem Cockpit Meine Mandanten – etwa «Bankauszug fehlt», wenn für den letzten Monat noch kein Auszug importiert wurde, oder «Lohnlauf fehlt», wenn die Lohnperiode noch nicht angelegt ist. So merkt sie früh, worauf sie wartet.

4. Der Monatsablauf

So sieht ein typischer Monat aus. Durchgezogene Pfeile laufen in Finito automatisch, gestrichelte sind Übergaben zwischen Firma und Treuhand.

Swimlane-Diagramm mit drei Bahnen Firma, Finito und Treuhand und vier Spalten Laufend, Monatsende, Bis Mitte Folgemonat und Quartal/Jahr. Die Firma stellt Rechnungen, lädt Belege hoch, importiert den Bankauszug und meldet Lohnänderungen; Finito bucht Rechnungen, liest Belege aus, schlägt Buchungen vor und zeigt Pendenzen; die Treuhand prüft und verbucht, fragt nach fehlenden Belegen, rechnet den Lohn, stimmt die Bank ab, reicht die MWST ein und macht den Jahresabschluss.
Die Firma liefert, Finito bereitet vor, die Treuhand prüft und verbucht.
  1. Laufend – Belege erfassen (Firma). Quittungen fotografieren Sie direkt mit dem Handy, Rechnungen laden Sie als PDF unter Ausgaben hoch. Die KI liest Betrag, Datum, Lieferant und MWST aus und schlägt ein Konto vor – siehe Ausgaben erfassen.
  2. Anfang Folgemonat – Bankauszug importieren (Firma). Laden Sie den CAMT-Auszug des Vormonats aus dem E-Banking herunter und ziehen Sie ihn unter Workflows → Import hinein. Finito ordnet die Zahlungen den Rechnungen und Belegen zu und schlägt für den Rest eine Buchung vor – siehe Kontoauszug importieren.
  3. Bis Mitte Folgemonat – prüfen und verbuchen (Treuhand). Die Treuhand geht die Vorschläge durch, korrigiert, wo nötig, und verbucht. Zahlungen ohne Beleg landen im Register Fehlende Belege.
  4. Rückfragen klären (beide). Statt per E-Mail fragt die Treuhand direkt am Beleg nach (Abschnitt 5). Die Firma antwortet dort oder lädt den fehlenden Beleg nach.
  5. Etwa am 20. – Lohn (Treuhand, Firma gibt frei). Die Firma meldet Änderungen, die Treuhand rechnet den Lohnlauf, verschickt die Lohnabrechnungen und erstellt die Auszahlungsdatei. Die Firma lädt sie ins E-Banking und gibt die Zahlung frei. Beim Abschliessen der Periode bucht Finito die Lohnkosten automatisch – siehe Lohnbuchhaltung.
  6. Monatsende – abstimmen (Treuhand). Der Saldo des Bankkontos im Kontoblatt muss dem Bankauszug entsprechen, und im Journal sollten keine Entwürfe mehr offen sein. Erst dann ist der Monat fertig.
Die Seite «Meine Mandanten» aus Sicht des Treuhandbüros: 42 offene Punkte über alle Mandanten, Kacheln wie «Belege zu kontieren», «Bankbewegungen offen», «Lohnlauf fehlt» und «Rechnungen überfällig», darunter die Mandantenliste und das Detail eines Mandanten.
Die Sicht der Treuhand: Im Cockpit Meine Mandanten sieht sie über alle Mandanten, was offen ist. Ein Klick auf eine Kachel öffnet die passende Seite direkt beim Mandanten.

5. Rückfragen ohne E-Mail-Pingpong

Die meisten Rückfragen der Treuhand drehen sich um einen konkreten Beleg oder eine konkrete Zahlung. Klären Sie sie dort, wo sie entstehen – dann bleibt die Antwort beim Beleg und ist auch bei der Revision noch nachvollziehbar.

Frage zu … Wo klären
einem Beleg (Ausgabe) Bereich Kommentare unten in der Ausgabe – ein Verlauf mit Namen und Zeitpunkt
einer Zahlung ohne Beleg Register Fehlende Belege: Beleg direkt hochladen oder in einem Satz erklären, worum es ging – die KI nutzt den Kommentar beim Kontieren
einer Regel, die immer gilt Als Satz in die Buchungsanweisungen – dann stellt sich die Frage nächsten Monat nicht wieder
Kommentarverlauf an einer Ausgabe: Sandra Keller von der Treuhand fragt, ob der Bürotisch von Möbel Weber fürs Büro oder für einen Kundenauftrag ist; Max Muster antwortet, er sei fürs Büro; Sandra Keller bestätigt, dass er auf 1510 Mobiliar verbucht ist.
Eine Rückfrage, direkt am Beleg geklärt: Frage, Antwort und Entscheid bleiben für immer beim Beleg.
ℹ

Erwähnungen mit @ benachrichtigen Benutzer der Organisation, in der der Kommentar steht. Arbeitet Ihre Treuhänderin über den Mandanten-Zugang, kann sie Sie erwähnen – Sie sie aber nicht, weil sie zu ihrer eigenen Organisation gehört. Vereinbaren Sie in diesem Fall, dass die Treuhand bei ihrem Monatsdurchgang die Kommentare liest, oder laden Sie sie zusätzlich als Benutzerin ein.

6. Briefe und Dokumente austauschen: der Dateibereich

Nicht alles, was die Treuhand wissen muss, ist ein Beleg. Die Firma erhält Post von der ESTV, der Ausgleichskasse, der Steuerverwaltung, der Bank oder den Versicherungen, schliesst Verträge ab und stellt Mitarbeitende ein. Statt solche Unterlagen zu mailen oder in einen Ordner für den nächsten Termin zu legen, scannen Sie sie in den Dateibereich von Finito. Die Treuhand sieht sie dort, sobald sie bei Ihnen arbeitet – und umgekehrt legt sie ihre Unterlagen für Sie am selben Ort ab.

Bewährt hat sich ein gemeinsamer Ordner «Treuhand» mit festen Unterordnern:

Ordner Wer legt ab Zum Beispiel
01 Eingang Firma Briefe, die die Treuhand sehen muss: MWST-Verfügung oder Einschätzungsmitteilung der ESTV, Akontorechnung der Ausgleichskasse, provisorische Steuerrechnung, Prämienrechnung der Unfallversicherung, Zinsabrechnung der Bank
02 Verträge Firma Arbeitsverträge und Lohnänderungen, Miet- und Leasingverträge, Darlehensverträge, Policen
03 Jahresabschluss 2026 Firma Inventar per 31.12., Liste der angefangenen Arbeiten, Saldobestätigungen der Banken, Unterlagen zu grösseren Anschaffungen
04 Von der Treuhand Treuhand Jahresrechnung zur Unterschrift, Kopie der Steuererklärung, eingereichte MWST-Abrechnungen, Lohnausweise, Notizen zur Besprechung
  • Fotografieren genügt. Auf dem Handy öffnen Sie Dateien, wechseln in den Ordner und laden das Foto oder PDF direkt hoch. Ein sprechender Dateiname («2026-10-08 ESTV Einschätzungsmitteilung Q2.pdf») erspart der Treuhand das Öffnen jeder Datei.
  • Belege gehören nicht hierher. Rechnungen und Quittungen, die gebucht werden sollen, laden Sie unter Ausgaben hoch – nur dort liest die KI sie aus und hängt sie an die Buchung. Der Dateibereich ist für alles, was die Treuhand lesen, aber nicht buchen muss.
  • Dringendes zusätzlich ansprechen. Eine neue Datei löst bei der Treuhand keinen Hinweis aus. Vereinbaren Sie, dass sie den Ordner «01 Eingang» bei jedem Monatsdurchgang ansieht; bei Fristen – etwa einer Einsprachefrist von 30 Tagen – geben Sie ihr zusätzlich direkt Bescheid.
  • Lohnabrechnungen liegen schon da. Beim Abschliessen einer Lohnperiode legt Finito jede Lohnabrechnung automatisch unter Dateien → payslips ab. Der Ordner ist vertraulich und nur für Benutzer mit Zugriff auf die Lohnbuchhaltung sichtbar – siehe Lohnbuchhaltung.
ℹ

Arbeitet Ihre Treuhänderin nicht in Finito, können Sie ihr einen einzelnen Ordner auch per Freigabe-Link zugänglich machen (Drei-Punkte-Menü → Teilen). Jeder, der den Link hat, kann die Dateien öffnen – teilen Sie ihn also nur mit ihr.

7. Wer hat was gebucht?

Wenn zwei Parteien in derselben Buchhaltung arbeiten, muss jederzeit klar sein, von wem eine Buchung stammt. Finito hält das für jede Buchung fest – auch dann, wenn die Treuhand über den Mandanten-Zugang arbeitet: Es erscheint ihr eigener Name, nicht derjenige der Firma.

Buchungsdetails einer verbuchten Journalbuchung «Materialeinkauf Projekt Nord»: «Erstellt von Max Muster», «Gebucht von Sandra Keller», die Buchungszeilen 4000 Materialaufwand an 1020 Bankguthaben über 560.00 und im Änderungsprotokoll der Eintrag «Buchung verbucht – Sandra Keller».
Erfasst hat die Firma (Max Muster), verbucht die Treuhand (Sandra Keller). Das Änderungsprotokoll zeigt jeden Schritt mit Person und Zeitpunkt.
  • Verbucht ist verbucht. Eine verbuchte Buchung lässt sich weder ändern noch löschen. Korrigiert wird per Storno: Finito bucht die Gegenbuchung, beide bleiben sichtbar. Das gilt für Firma und Treuhand gleichermassen.
  • Entwürfe sind die Arbeitsablage. Bei Modell B lässt die Firma unsichere Buchungen als Entwurf stehen; die Treuhand prüft und verbucht sie. Entwürfe wirken sich auf keine Auswertung aus.
  • Gleichzeitig buchen ist kein Problem. Die Belegnummern bleiben lückenlos, auch wenn mehrere Personen zur selben Zeit verbuchen.
  • Wer hat zuletzt was geändert? Das Aktivitätsprotokoll zeigt alle Änderungen in der Organisation, filterbar nach Person.

8. Das Jahr im Überblick

Neben dem Monatsrhythmus gibt es Termine, die nur einmal pro Quartal oder Jahr anfallen. Das Beispiel zeigt ein Geschäftsjahr gleich Kalenderjahr mit quartalsweiser MWST und aktiver Lohnbuchhaltung.

Jahreskalender von Januar bis Dezember mit fünf Zeilen: monatlich Belege und Bankauszug; Lohnlauf und Quellensteuer jeden Monat; MWST-Abrechnungen Q4 bis Anfang März, Q1 bis Ende Mai, Q2 bis Ende August, Q3 bis Ende November; Abschlussbuchungen Januar bis März, Jahresabschluss bis 30. Juni, MWST-Jahresabstimmung im Sommer; Lohnausweise und Jahresmeldungen bis Ende Januar.
Was wann fällig ist. Die Treuhand sieht diese Fristen pro Mandant unter Meine Mandanten → Fristen & Pflichten.
Termin Frist Wer
MWST-Abrechnung (quartalsweise oder halbjährlich) 60 Tage nach Periodenende Treuhand
Quellensteuer-Abrechnung monatlich, 30 Tage nach Monatsende (je nach Kanton) Treuhand
Lohnausweise, AHV-Lohnbescheinigung, UVG-, KTG- und BVG-Meldung 30. bzw. 31. Januar Treuhand
Jahresabschluss 6 Monate nach Geschäftsjahresende Treuhand
MWST-Jahresabstimmung (Finalisierung) 240 Tage nach Geschäftsjahresende Treuhand
⚠

Eingereicht wird bei der ESTV, der Ausgleichskasse und den Versicherungen – nicht aus Finito heraus. Für die MWST liefert Finito eine XML-Datei für das ESTV-Portal (siehe MwSt-Abrechnung einreichen); elektronische Lohnmeldungen über Swissdec (ELM) unterstützt Finito heute nicht. Massgebend sind immer die Fristen der zuständigen Behörde.

9. Jahresende und Abschluss

Am Jahresende kehrt sich die Richtung kurz um: Die Firma liefert Informationen, die nur sie kennt, und die Treuhand macht daraus den Abschluss.

  1. Firma (Dezember/Januar): Inventar per 31.12., angefangene Arbeiten, offene Kunden- und Lieferantenrechnungen, grössere Anschaffungen und private Bezüge melden – am einfachsten als Dateien im Ordner Treuhand → 03 Jahresabschluss (Abschnitt 6).
  2. Treuhand (Januar bis März): Abschlussbuchungen wie Abschreibungen, Abgrenzungen und Rückstellungen als manuelle Buchung erfassen. Bilanz, Erfolgsrechnung und Kontoblätter lassen sich dabei per beliebigem Stichtag ausgeben – siehe Bilanz und Erfolgsrechnung.
  3. Gemeinsam: Die Treuhand bespricht den Abschluss mit der Firma, die Firma gibt ihn frei.
  4. Treuhand: Erst jetzt schliesst sie das Geschäftsjahr unter Jahresabschluss ab. Finito trägt die Saldi ins neue Jahr vor und sperrt das alte gegen jede weitere Buchung.
⚠

Der Jahresabschluss lässt sich nicht rückgängig machen. Danach kann niemand mehr in das Jahr buchen – weder die Firma noch die Treuhand, weder von Hand noch über Rechnungen, Ausgaben, Bankzeilen oder den Lohnlauf. Schliessen Sie erst ab, wenn alle Abschlussbuchungen erfasst und freigegeben sind.

Was die Treuhand für den handelsrechtlichen Abschluss und die Steuererklärung ausserhalb von Finito braucht – Exporte, Abacus-Datei, Kontoblätter mit Belegen –, beschreibt Buchhaltung an die Treuhand übergeben.

10. Häufige Fragen

  • Sieht die Treuhand alles in unserer Organisation? Mit eingeschaltetem «Impersonieren» arbeitet sie in Ihrer Organisation wie ein eigener Benutzer. Den Zugriff stoppen Sie jederzeit im Register Freigaben mit dem Schalter «Ist aktiv» – die Verbindung bleibt dabei erhalten.
  • Wer importiert den Bankauszug, wenn die Treuhand keinen E-Banking-Zugang hat? Die Firma. Hat die Treuhand Lesezugriff aufs E-Banking, kann sie den Auszug auch selbst holen und importieren – vereinbaren Sie, wer es macht, damit es nicht doppelt passiert.
  • Die Treuhand hat eine unserer Buchungen falsch gefunden – was nun? Sie storniert sie und bucht neu. Original und Storno bleiben sichtbar; das ist so gewollt und gehört zu einer ordnungsgemässen Buchführung.
  • Wir haben während des Jahres gewechselt – geht das? Ja, aber die Treuhand muss zusätzlich die unterjährigen Salden per Stichtag übernehmen. Besprechen Sie das vorab – siehe Umstieg mit bestehender Firma.
  • Können wir den Kontenplan später noch ändern? Konten ergänzen und umbenennen geht jederzeit, Änderungen werden protokolliert. Bestehende Buchungen wandern dabei aber nicht mit – grössere Umbauten deshalb immer mit der Treuhand und am besten zum Jahreswechsel.

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