MWST-Abrechnungsmethode: effektiv, Saldo- oder Pauschalsteuersatz
Wie Sie die Mehrwertsteuer mit der ESTV abrechnen, legen Sie unter
Einstellungen › MWST fest (Route
/main/organization/vat). Finito rechnet danach die MWST-Abrechnung, den
ESTV-Export und die Buchungen Ihrer Belege nach der gewählten Methode.
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1. Die drei Methoden
| Methode | Für wen | So rechnet Finito |
|---|---|---|
| Effektive Methode | Alle MWST-pflichtigen Unternehmen; Normalfall. | Umsatzsteuer aus Ihren Rechnungen minus die Vorsteuer auf Ihren Ausgaben. Abrechnung quartalsweise. |
| Saldosteuersatz | KMU bis CHF 5’024’000 Umsatz und höchstens CHF 108’000 Steuer pro Jahr, auf Antrag bei der ESTV. | Bruttoumsatz (inkl. MWST) × der von der ESTV bewilligte Satz, ohne Vorsteuerabzug. Abrechnung halbjährlich. |
| Pauschalsteuersatz | Gemeinwesen, Vereine, Stiftungen und ähnliche Einrichtungen. | Gerechnet wie der Saldosteuersatz, aber quartalsweise abgerechnet. |
Welche Methode für Sie gilt, steht in Ihrer Bewilligung der ESTV. Ein Wechsel ist nur zu deren Bedingungen und jeweils auf Beginn einer Steuerperiode möglich – stellen Sie in Finito die Methode ein, die die ESTV für Sie registriert hat. Sonst lehnt das ESTV-Portal die hochgeladene Abrechnung ab.
2. Methode einstellen
- Öffnen Sie Einstellungen › MWST.
- Wählen Sie unter Abrechnungsmethode «Effektive Methode», «Saldosteuersatz» oder «Pauschalsteuersatz».
- Beim Saldo- oder Pauschalsteuersatz tragen Sie unter Zugeteilte Sätze den Satz aus der Bewilligung ein, z. B. 6.2 %. Hat Ihnen die ESTV für eine zweite Tätigkeit einen zweiten Satz zugeteilt, tragen Sie auch diesen ein und wählen die Ertragskonten, deren Umsatz zum zweiten Satz gehört.
- Erfassen Sie zu jedem Satz den fünfstelligen ESTV-Tätigkeitscode. Sie finden ihn im ESTV-Portal unter «MWST abrechnen» › Abrechnungsmodalitäten. Er wird nur für den XML-Export benötigt.
- Stellen Sie die Abrechnungsart ein: vereinbarte Entgelte (nach Rechnungsdatum, Normalfall) oder vereinnahmte Entgelte (nach Zahlungseingang).
- Klicken Sie oben auf Speichern.
Die Abrechnungsperiode der MWST-Abrechnung stellt Finito beim Speichern passend ein: halbjährlich für den Saldosteuersatz, quartalsweise für die beiden anderen Methoden.
3. Was sich mit dem Saldo- oder Pauschalsteuersatz ändert
- Rechnungen bleiben gleich. Ihre Rechnungen weisen die MWST weiterhin zu den gesetzlichen Sätzen aus (8.1 %, 2.6 %, 3.8 %). Das verlangt die ESTV auch bei diesen Methoden.
- Keine Vorsteuer. Ausgaben und Bankbuchungen mit einem Vorsteuer-Code bucht Finito brutto auf das Aufwandkonto – es entsteht kein Guthaben auf Konto 1170. Die Bezugsteuer auf Leistungen aus dem Ausland ist weiterhin geschuldet, wird aber ebenfalls nicht abgezogen.
- Abrechnung nach Bruttoumsatz. Die MWST-Abrechnung zeigt den Bruttoumsatz je Satz (Ziffer 322 bzw. 332), die Steuer darauf, die Bezugsteuer (Ziffer 382) und den Betrag, den Sie der ESTV bezahlen.
4. Die Differenz zur gebuchten Umsatzsteuer
Weil Ihre Rechnungen die MWST zu den gesetzlichen Sätzen enthalten, steht auf dem Konto Umsatzsteuer (2200) mehr oder weniger, als Sie der ESTV schulden. Ein Beispiel:
| Position | CHF |
|---|---|
| Rechnungen netto | 10’000.00 |
| Umsatzsteuer 8.1 % (gebucht auf 2200) | 810.00 |
| Bruttoumsatz (Ziffer 322) | 10’810.00 |
| Geschuldet zum Saldosteuersatz 6.2 % | 670.22 |
| Differenz (Ertrag) | 139.78 |
Die MWST-Abrechnung zeigt diese Differenz unter der Abrechnung an. Buchen Sie sie nach dem Einreichen vom Konto 2200 aus – ist sie positiv, als Ertrag, ist sie negativ, als Aufwand. Das Konto legen Sie mit Ihrer Treuhänderin fest.
5. ESTV-Export (XML)
Der Export unter MWST-Abrechnung › ESTV-Export funktioniert mit allen drei Methoden. Beim Saldo- und Pauschalsteuersatz enthält die Datei den Bruttoumsatz je Tätigkeitscode und Satz sowie die Bezugsteuer, wie es der Standard eCH-0217 für Abrechnungsperioden ab 2025 vorsieht.
Ohne Tätigkeitscode lässt sich die Datei nicht erstellen – Finito weist Sie in diesem Fall darauf hin. Perioden vor 2025 exportiert Finito mit diesen Methoden nicht; füllen Sie sie im ESTV-Portal von Hand aus.
6. Zwei Sätze: Umsatz nach Ertragskonto
Bei zwei Sätzen ordnet Finito den Umsatz über die Ertragskonten zu: Was auf einem der gewählten Konten verbucht ist, zählt zum zweiten Satz, alles andere zum ersten. Enthält eine einzelne Rechnung Positionen beider Tätigkeiten, teilt Finito ihren Bruttoumsatz im Verhältnis der Nettobeträge auf die Konten auf.
Am genauesten wird die Abrechnung, wenn Sie die beiden Tätigkeiten auf getrennten Ertragskonten und, wo möglich, auf getrennten Rechnungen führen. Die Angaben ersetzen keine Steuerberatung.