Wissensdatenbank

Wissen rund um Schweizer KMU-Software

Klare Definitionen, Hintergrundwissen und FAQ zu den wichtigsten Schweizer KMU-Themen — QR-Rechnung, ISO 20022, Zeiterfassung, revDSG, Saldosteuersatz und mehr. Quellen: SIX Group, ESTV, EDÖB, SECO, BFS.

Zum Glossar mit 64 Begriffen Sie suchen eine Anleitung zu Finito? Hier erklären wir Begriffe. Wie Sie etwas in Finito erledigen, steht im Hilfe-Center, dort finden Sie auch die häufigen Fragen.
Software 6 min

Was ist KMU Software? Definition, Module und Auswahlkriterien

Was ist KMU Software? Definition, Module, Kosten und Auswahlkriterien für Schweizer Klein- und Mittelbetriebe.

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Zahlungen 7 min

QR-Rechnung: Definition und Aufbau

Was ist eine QR-Rechnung? Seit 2022 Standard in der Schweiz — Aufbau, QR-IBAN, ISO 20022 und FAQ.

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Zahlungen 6 min

ISO 20022: Definition und Bedeutung für den Schweizer Zahlungsverkehr

ISO 20022 erklärt: der weltweite Standard für Zahlungsverkehrsnachrichten und seine Rolle im Schweizer Banking.

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Software 6 min

ERP für Handwerker: Definition, Module und Auswahlkriterien

Was leistet ein ERP für Handwerker? Module, Vor-Ort-Funktionen, Mobilität, Preis und Auswahl-Tipps für Schweizer Handwerksbetriebe.

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Recht 7 min

Zeiterfassung in der Schweiz: Pflicht, Arbeitsgesetz und vereinfachte Erfassung

Zeiterfassung nach Schweizer Arbeitsrecht: Pflichten gemäss ArG/ArGV 1, vereinfachte Zeiterfassung, Ausnahmen.

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Compliance 5 min

Saldosteuersatz: vereinfachte MWST-Abrechnung für Schweizer KMU

Saldosteuersatz erklärt: vereinfachte MWST-Abrechnung für KMU, Branchensätze ab 2025, Anmeldung und Wechsel.

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Compliance 6 min

revDSG: das revidierte Schweizer Datenschutzgesetz für KMU

revDSG: das revidierte Schweizer Datenschutzgesetz seit 01.09.2023 — Pflichten für KMU, Sanktionen, Unterschiede zur DSGVO.

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Zahlungen 4 min

QR-IBAN: Definition, Aufbau und Unterschied zur klassischen IBAN

QR-IBAN erklärt: die spezielle IBAN für QR-Rechnungen mit QR-Referenz. Aufbau, Erkennungsmerkmale, Beantragung.

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Zahlungen 5 min

eBill in der Schweiz: digitales Rechnungssystem über das E-Banking

eBill erklärt: das Schweizer digitale Rechnungssystem über das E-Banking. Wie es funktioniert, Vorteile, Anbindung.

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Kosten 6 min

Was kostet KMU Software in der Schweiz? Preise und Gesamtkosten (TCO)

Was kostet KMU Software in der Schweiz? Preisspannen, Total Cost of Ownership, versteckte Kosten und Kosten-Nutzen-Rechnung.

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Glossar

Glossar Schweizer KMU-Begriffe

64 Begriffe aus der Schweizer KMU-Praxis — von AHV über QR-Rechnung bis Werkvertrag. Jeder Eintrag erklärt einen Begriff in 2-4 Sätzen und verlinkt die vertiefenden Artikel oben.

Finanzen

13. Monatslohn

Schweizer Lohnzusatz — typischerweise ein zusätzlicher Monatslohn, der Ende Jahr oder in zwei Tranchen ausbezahlt wird. Nicht gesetzlich vorgeschrieben, aber in vielen Branchen über GAV oder Einzelvertrag verpflichtend.

Bruttolohn

Vereinbarter Lohn vor Abzug von Sozialversicherungsbeiträgen, Quellensteuer und allfälligen Pensionskasse-Beiträgen. Massgeblich für die Berechnung von AHV, ALV, Pensionskasse und Quellensteuer.

Nettolohn

Auszahlungsbetrag nach Abzug sämtlicher Sozialversicherungs- und Steuerbeiträge vom Bruttolohn. Bei einem typischen Schweizer Bruttolohn entspricht der Nettolohn etwa 84-88 Prozent, abhängig von Kanton, Familie und Pensionskasse.

Spesen

Effektive oder pauschale Vergütung von Auslagen, die der Mitarbeitende im Auftrag des Arbeitgebers macht (Reise, Verpflegung, Übernachtung, Werkzeug). Vom Lohn getrennt, in der Regel steuerfrei, sofern Pauschalen vom Steueramt genehmigt sind.

Spesenreglement

Vom Steueramt des Sitzkantons genehmigtes Reglement, das pauschale Spesensätze (z. B. CHF 30 Mittagessen, CHF 200 Pauschalspesen Aussendienst) verbindlich definiert. Erleichtert Lohnabrechnung und Steuerdeklaration.

Treuhand

Schweizer Berufsbezeichnung für Buchhalter, Steuerberater und Unternehmensberater in einer Person — typischer Sparringpartner Schweizer KMU. Treuhänder bereiten Jahresabschlüsse, Steuererklärungen und MwSt-Abrechnungen auf und beraten in betriebswirtschaftlichen Fragen.

Steuern

Direkte Bundessteuer DBSt

Bundesweite Einkommens- und Gewinnsteuer. Für natürliche Personen progressiv bis 11.5 Prozent, für juristische Personen 8.5 Prozent vom Reingewinn (Stand 2026). Wird vom Wohn- bzw. Sitzkanton erhoben und an den Bund weitergeleitet.

MwSt

Mehrwertsteuer (MWST) — Schweizer Konsumsteuer. Normalsatz 8.1 Prozent, reduzierter Satz 2.6 Prozent (Nahrungsmittel, Bücher, Medikamente), Sondersatz 3.8 Prozent für Beherbergung (Stand 2026). Anmeldepflicht ab Jahresumsatz CHF 100'000.

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Quellensteuer

Direkte Steuer, die der Arbeitgeber vom Lohn ausländischer Mitarbeitender ohne Niederlassungsbewilligung C abzieht und an den Kanton abführt. Der Tarif richtet sich nach Wohnkanton und Familienverhältnissen. Ab einem Bruttoerwerbseinkommen von CHF 120'000 pro Jahr folgt zwingend eine nachträgliche ordentliche Veranlagung; darunter ist sie auf Antrag möglich.

Saldosteuersatz SSS

Vereinfachte MwSt-Abrechnung für KMU mit Jahresumsatz bis CHF 5.024 Mio. und MwSt-Schuld bis CHF 108'000. Der Umsatz wird mit einem branchenspezifischen Pauschalsatz multipliziert; Vorsteuer ist nicht separat abzugsfähig. Reduziert den Administrationsaufwand erheblich.

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Verrechnungssteuer

35-prozentige Quellensteuer auf Schweizer Kapitalerträgen (Dividenden, Zinsen, Lotteriegewinne). Inländer können sie über die Steuererklärung zurückfordern, Ausländer nach Doppelbesteuerungsabkommen teilweise. Dient als Sicherungssteuer gegen Hinterziehung.

Sozialversicherung

AHV

Alters- und Hinterlassenenversicherung — die obligatorische Schweizer Altersvorsorge der ersten Säule. Arbeitgeber und Arbeitnehmende zahlen je rund 4.35 Prozent des Bruttolohns ein. Renten werden ab dem ordentlichen Pensionsalter ausgerichtet.

ALV

Arbeitslosenversicherung — obligatorische Schweizer Versicherung gegen Erwerbsausfall bei Stellenverlust. Beitrag 2.2 Prozent vom Lohn bis CHF 148'200, paritätisch geteilt. Der frühere Solidaritätsbeitrag auf Lohnteilen über dieser Grenze ist seit 1. Januar 2023 abgeschafft.

EO

Erwerbsersatzordnung — entschädigt Personen während Militärdienst, Zivilschutz, Zivildienst oder Mutterschaft. Lohnabzug 0.5 Prozent paritätisch. Die Mutterschaftsentschädigung läuft 14 Wochen und ersetzt 80 Prozent des Lohns bis CHF 220 pro Tag.

FAK

Familienausgleichskasse — verwaltet Familienzulagen (Kinder- und Ausbildungszulagen) für Arbeitnehmende. Arbeitgeber zahlt einen Lohnprozent-Beitrag, der je nach Kanton zwischen 0.5 und 3 Prozent variiert. Auszahlung über die Lohnabrechnung.

IV

Invalidenversicherung — Schweizer Sozialversicherung der ersten Säule für erwerbsunfähige Personen. Beitrag 1.4 Prozent des Lohns, je zur Hälfte (0.7 Prozent) von Arbeitgeber und Arbeitnehmenden getragen. Sie deckt Renten, Eingliederungsmassnahmen und Hilfsmittel.

Pensionskasse BVG

Berufliche Vorsorge nach BVG — die zweite Säule des Schweizer Drei-Säulen-Systems. Obligatorisch ab Jahreslohn CHF 22'680 (Stand 2026), Beiträge gestaffelt nach Alter zwischen 7 und 18 Prozent des koordinierten Lohns. Arbeitgeber trägt mindestens die Hälfte.

UVG

Unfallversicherung gemäss Unfallversicherungsgesetz — deckt Berufs- und Nichtberufsunfälle. Berufsunfall zahlt der Arbeitgeber, Nichtberufsunfall der Arbeitnehmer. Höhe je nach SUVA- oder Privatversicherer-Tarif.

Zahlungsverkehr

BDD

Business Direct Debit — B2B-Variante des Schweizer Lastschriftverfahrens ohne Widerspruchsrecht für den Schuldner. Vorgesehen für Forderungen zwischen Unternehmen. Wird per 30. September 2028 eingestellt (Nachfolger: eBill Direct Debit).

camt.053

ISO-20022-Tageskontoauszug, den Schweizer Banken den Geschäftskunden täglich elektronisch liefern. Wird in die Buchhaltungssoftware importiert, um Zahlungen den offenen Posten zuzuordnen. Löst den SWIFT-Kontoauszug MT940 ab; die Gutschriftsanzeige camt.054 ersetzt das frühere ESR-Format V11.

eBill

Schweizer digitaler Rechnungsdienst von SIX BillingHub. Rechnungssteller liefern Rechnungen direkt in das E-Banking des Empfängers, der sie mit einem Klick freigibt und bezahlt.

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ESR

Einzahlungsschein mit Referenznummer (oranger Einzahlungsschein) — Schweizer Zahlungsformular mit codierter Referenz für den automatischen Abgleich. Seit dem 1. Oktober 2022 nicht mehr verwendbar, abgelöst durch die QR-Rechnung mit QR-Referenz.

ISO 20022

Globaler XML-Standard für elektronische Finanznachrichten. In der Schweiz Standard für Zahlungsaufträge (pain) und Kontoinformationen (camt) zwischen Unternehmen und Banken. Hat alte Formate wie DTA, EZAG und V11 abgelöst; die QR-Rechnung baut auf seinen Datenstrukturen auf.

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LSV+

Lastschriftverfahren mit Widerspruchsrecht — Schweizer Sammelinkasso-System für wiederkehrende Forderungen. Der Schuldner erteilt eine Belastungsermächtigung und kann jeder Belastung innert 30 Tagen widersprechen. SIX stellt LSV+ und BDD per 30. September 2028 ein; Nachfolger ist eBill Direct Debit.

pain.001

ISO-20022-Nachrichtentyp für Zahlungsaufträge vom Schuldner an seine Bank. Ersetzt das alte Schweizer DTA-Format. Wird von Buchhaltungs- und KMU-Software erzeugt, um Einzel- oder Sammelaufträge per E-Banking-Upload an die Bank zu senden.

QR-IBAN

Spezielle 21-stellige Schweizer IBAN mit Institut-Identifikation im Bereich 30000 bis 31999. Wird ausschliesslich für QR-Rechnungen mit QR-Referenz (27 Stellen, Modulo-10) verwendet. Wird zusätzlich zur normalen Geschäfts-IBAN bei der Bank beantragt.

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QR-Rechnung

Schweizer Standard für Zahlteile auf Rechnungen, herausgegeben von SIX. Seit dem 1. Oktober 2022 ersetzt sie die roten und orangen Einzahlungsscheine (ES und ESR), die seither nicht mehr verarbeitet werden. Der Swiss QR Code enthält Zahlungsempfänger, Betrag und Referenz für die automatische Verarbeitung. Gesetzlich vorgeschrieben ist sie nicht: Rechnungen ohne Zahlteil (nur mit IBAN) bleiben zulässig.

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TWINT

Schweizer mobiles Zahlungssystem, gegründet von führenden Schweizer Banken. Ermöglicht Peer-to-Peer-Transfers per Telefonnummer sowie Bezahlung beim Händler per QR-Code oder NFC.

Recht

AG

Aktiengesellschaft — Schweizer Kapitalgesellschaft mit Mindestkapital CHF 100'000, davon CHF 50'000 voll einzuzahlen. Geeignet für grössere Betriebe und Wachstumsstrategien. Anteile sind frei übertragbar; ein Verwaltungsrat führt die Geschäfte.

ArG

Bundesgesetz über die Arbeit in Industrie, Gewerbe und Handel (SR 822.11) — das Schweizer Arbeitsgesetz. Regelt Höchstarbeitszeit, Ruhezeiten, Sonntags- und Nachtarbeit, Schutz von Schwangeren und Jugendlichen. Vollzug durch kantonale Arbeitsinspektorate.

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ArGV 1

Verordnung 1 zum Arbeitsgesetz (SR 822.111). Konkretisiert das Arbeitsgesetz; Artikel 73 regelt die Pflicht zur Arbeitszeiterfassung, Art. 73a den Verzicht darauf und Art. 73b die vereinfachte Erfassung. Arbeitszeitnachweise sind mindestens fünf Jahre aufzubewahren.

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GAV

Gesamtarbeitsvertrag — kollektiver Arbeitsvertrag zwischen Branchen-Arbeitgeberverband und Gewerkschaft. Regelt Mindestlöhne, Arbeitszeiten, Ferien, Spesen und Sonderzulagen. Allgemeinverbindlich erklärte GAV gelten auch für nicht organisierte Betriebe der Branche.

GmbH

Gesellschaft mit beschränkter Haftung — Schweizer Kapitalgesellschaft mit Mindestkapital CHF 20'000. Beliebte Rechtsform für KMU und Familienbetriebe. Haftung beschränkt auf das Gesellschaftskapital; Gründung in der Regel innerhalb weniger Wochen.

Handelsregister HReg

Öffentliches Register der wirtschaftlich tätigen Rechtssubjekte in der Schweiz. Eintragungspflicht für Einzelunternehmen ab CHF 100'000 Jahresumsatz und für alle Gesellschaften (GmbH, AG, KG). Geführt von den kantonalen Handelsregisterämtern.

OR

Obligationenrecht (SR 220) — fünfter Teil des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs. Regelt Verträge, Schuldverhältnisse, Arbeitsverträge (Art. 319-362), Werkverträge und Gesellschaftsrecht. Zentrales Gesetz für KMU-Verträge.

UID

Unternehmens-Identifikationsnummer — eindeutige Identifikation aller in der Schweiz wirtschaftlich tätigen Einheiten. Format: CHE-XXX.XXX.XXX. Wird vom Bundesamt für Statistik vergeben und ist Pflichtangabe auf Rechnungen MwSt-pflichtiger Betriebe.

Werkvertrag

Vertragstyp nach Art. 363-379 OR, bei dem sich der Unternehmer zur Herstellung eines Werks gegen Entgelt verpflichtet. Klassischer Vertrag für Bauarbeiten, Sanierungen, Schreinerarbeiten. Mängelrechte an unbeweglichen Werken verjähren nach fünf Jahren (Art. 371 OR). Seit 1. Januar 2026 gilt für Mängel an unbeweglichen Werken eine Rügefrist von 60 Tagen ab Entdeckung, die vertraglich nicht verkürzt werden darf (Art. 367 Abs. 1bis und Art. 370 Abs. 4 OR).

ZGB

Schweizerisches Zivilgesetzbuch (SR 210) — das Kerngesetz des Schweizer Privatrechts. Regelt Personen-, Familien-, Erb- und Sachenrecht. Von der Bundesversammlung 1907 verabschiedet, gilt seit 1912.

Bauhandwerk

Abnahme

Förmliche Übergabe eines fertiggestellten Werks vom Unternehmer an den Besteller. Mit der Abnahme beginnen die Verjährungsfrist für Mängelrechte (fünf Jahre bei unbeweglichen Werken, Art. 371 OR) und unter SIA 118 die zweijährige Rügefrist, in der Mängel jederzeit gerügt werden können. Ausserhalb davon gilt seit 1. Januar 2026 für Mängel an unbeweglichen Werken eine Rügefrist von 60 Tagen ab Entdeckung. Festgestellte Mängel hält man im Abnahmeprotokoll fest.

Bauhandwerker-Pfandrecht

Gesetzliches Sicherungsrecht für Bauunternehmer und Lieferanten gemäss Art. 837-841 ZGB. Erlaubt die Eintragung eines Grundpfandes auf der Liegenschaft, wenn Rechnungen nicht bezahlt werden. Eintragungsfrist: vier Monate nach Vollendung der Arbeiten.

Baumeister-GAV

Landesmantelvertrag (LMV) für das Bauhauptgewerbe, abgeschlossen zwischen dem Schweizerischen Baumeisterverband und den Gewerkschaften Unia und Syna. Regelt Lohnklassen (V, Q, A, B, C) mit Mindestlöhnen, Spesen, Überstunden und Ferien; das frühzeitige Altern regelt ein separater GAV (FAR). Vom Bundesrat allgemeinverbindlich erklärt.

BP

Berufsprüfung — eidgenössischer Fachausweis, erste Stufe der höheren Berufsbildung nach dem EFZ. Vermittelt vertiefte Fach- und Führungsqualifikationen für die Praxis. Voraussetzung für viele Vorarbeiter- und Spezialistenfunktionen.

EFZ

Eidgenössisches Fähigkeitszeugnis — Berufsabschluss nach drei- oder vierjähriger Lehre. Voraussetzung für die meisten Schweizer Handwerksberufe (Maler, Elektriker, Sanitär, Schreiner usw.). Wird mit der Lehrabschlussprüfung der Schweizerischen Berufsbildung erworben.

HFP

Höhere Fachprüfung — eidgenössische Diplomprüfung, die nach mehrjähriger Berufserfahrung abgelegt werden kann. Vermittelt Führungs- und Spezialistenkompetenzen, etwa zum Meister oder Eidg. dipl. Experten. Zweite Stufe der höheren Berufsbildung.

Rapport

Allgemeiner Begriff für Tagesrapporte oder Arbeitsrapporte aus der Baustelle. Erfasst geleistete Arbeit, beteiligte Personen, Wetter und Besonderheiten. Grundlage für das Bautagebuch und im Streitfall ein wichtiger Beleg.

Regie

Abrechnungsform im Bauwesen, bei der Arbeitsstunden, Material und Maschinen einzeln nach Aufwand abgerechnet werden — im Gegensatz zur Pauschal- oder Einheitspreisofferte. Üblich für Nachträge, Umbauten und schwer abschätzbare Arbeiten.

Regierapport

Dokument, das auf der Baustelle ausgefüllt wird und Arbeitsstunden, Material und Maschineneinsatz für die Regie-Abrechnung erfasst. Vom Kunden unterschrieben, dient er als Beleg für die spätere Rechnung. Heute oft als digitaler Rapport mit Touchscreen-Unterschrift.

SIA

Schweizerischer Ingenieur- und Architektenverein — Berufsverband für Fachleute aus Bau, Technik und Umwelt. Gibt Normen heraus, darunter die SIA 118 für Bauarbeiten und die SIA 380/1 für Energieverbrauch im Gebäude. SIA-Normen sind in der Bauindustrie de-facto Standard.

SIA 118

Allgemeine Bedingungen für Bauarbeiten — Norm des Schweizerischen Ingenieur- und Architektenvereins. De-facto-Standard für Bauverträge in der Schweiz: regelt Werkvertragsabschluss, Abnahme, Mängel, Garantiefristen und Zahlungsmodalitäten.

suissetec

Schweizerisch-Liechtensteinischer Gebäudetechnikverband — Branchenverband für Sanitär, Heizung, Lüftung, Klima und Spenglerei mit über 3'500 Mitgliedsbetrieben. Bietet Berufsbildung, Lobbying und Branchennormen.

SUVA

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt — gesetzliche Unfallversicherung für Mitarbeitende in risikoreichen Branchen, darunter sämtliche Bauhandwerker. Sie reguliert auch Sicherheitsstandards auf Baustellen und führt Kontrollen durch. Sitz in Luzern.

Datenschutz

DSFA

Datenschutz-Folgenabschätzung — Pflicht nach Art. 22 revDSG bei Datenbearbeitungen mit hohem Risiko für die Persönlichkeit der betroffenen Personen. Bewertet Zweck, Datenkategorien, Risiken und Schutzmassnahmen. Vergleichbar mit der DPIA der DSGVO.

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EDÖB

Eidgenössischer Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragter — Aufsichtsbehörde für Datenschutz und Öffentlichkeitsprinzip auf Bundesebene. Berät Unternehmen, untersucht Beschwerden und Datenpannen. Sitz in Bern.

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revDSG

Revidiertes Bundesgesetz über den Datenschutz (SR 235.1), in Kraft seit 1. September 2023. Ersetzt das DSG von 1992 und nähert sich der EU-DSGVO an. Bussen bis CHF 250'000, persönlich gegen die verantwortliche natürliche Person gerichtet.

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SCC

Standardvertragsklauseln — vorformulierte Vertragsvorlagen für Datentransfers in Länder ohne angemessenes Datenschutzniveau gemäss Liste des Bundesrats. Für die USA gilt seit 15. September 2024 das Swiss-U.S. Data Privacy Framework für zertifizierte Unternehmen; für nicht zertifizierte Empfänger braucht es weiterhin Garantien wie SCC, in der Regel ergänzt durch eine Risikoabschätzung (Transfer Impact Assessment).

Software

API

Application Programming Interface — standardisierte Schnittstelle für den Datenaustausch zwischen Softwareanwendungen. KMU nutzen APIs typischerweise zur Anbindung von Online-Shops, Lohn- oder Treuhandsystemen an ihre Hauptsoftware.

Cloud Hosting

Betrieb von Software und Daten in geografisch verteilten Rechenzentren statt auf eigener Hardware. Schweizer KMU bevorzugen oft Schweizer Cloud-Standorte zur Vereinfachung der revDSG-Compliance. Anbieter: Swisscom, Infomaniak, Hostpoint, Cloudflyer etc.

CRM

Customer Relationship Management — Software für die Verwaltung von Kundenbeziehungen, Kontakten, Aufträgen und Kommunikationshistorie. Bei modernen KMU-Lösungen Teil einer integrierten Plattform, nicht eigenständig.

ERP

Enterprise Resource Planning — integrierte Software, die zentrale Geschäftsprozesse eines Unternehmens (Finanzen, Personal, Einkauf, Lager, Produktion) in einem einheitlichen System abbildet. Für KMU sind Cloud-Lösungen mit Branchenmodulen heute die Regel.

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KMU

Kleine und mittlere Unternehmen mit bis zu 250 Mitarbeitenden gemäss Definition des Bundesamts für Statistik. Sie stellen 99.7 Prozent aller Schweizer Unternehmen und beschäftigen rund zwei Drittel der Erwerbstätigen.

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Onboarding

Einrichtungsphase einer neuen Software bei einem Kunden — umfasst Konto- und Berechtigungsanlage, Datenmigration, Konfiguration und Mitarbeiter-Schulung. Bei modernen Cloud-Tools selfservice und in 1-3 Stunden abgeschlossen.

SaaS

Software as a Service — Modell, bei dem Software über die Cloud bereitgestellt und im Abonnement abgerechnet wird. Vorteile: keine Installation, automatische Updates, planbare Kosten, Nutzung über Browser oder App.

Single Sign-On SSO

Authentifizierungsmechanismus, der einen einmaligen Login für mehrere Anwendungen ermöglicht. Beispiele: Microsoft Entra ID, Google Workspace, Okta. Bei KMU oft erst ab 10 Mitarbeitenden relevant.

Total Cost of Ownership TCO

Gesamtkosten einer Software über die geplante Nutzungsdauer — Lizenz, Onboarding, Schulung, Wartung, Support und Anpassungen. Faire Anbietervergleiche basieren auf TCO statt Listenpreis.

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KMU-Begriffe verstehen ist nur der Anfang

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