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eBill in der Schweiz: digitales Rechnungssystem über das E-Banking

5 Min. Lesezeit

TL;DR

eBill ist das Schweizer digitale Rechnungssystem, betrieben von der SIX BillingHub AG. Rechnungssteller versenden Rechnungen direkt ins E-Banking-System des Empfängers, der sie dort mit einem Klick freigibt und bezahlt — ohne Papier, PDF-Anhänge oder manuelles Erfassen. Über 3 Millionen Schweizer Privatpersonen und über 100'000 Unternehmen nutzen eBill aktiv (Stand 2026). Die Integration in KMU-Software erfolgt über zertifizierte Rechnungssteller-Partner und löst die manuelle PDF-Versand-Logistik vollständig ab.

Definition

eBill ist ein elektronisches Rechnungsformat und ein Übermittlungsdienst, der digitale Rechnungen direkt zwischen Rechnungssteller und E-Banking des Empfängers austauscht. Betreiber: SIX BillingHub AG (Tochter der SIX Group). Technologie: ISO 20022 mit zusätzlichen eBill-spezifischen Metadaten. Alle Schweizer Banken sind angeschlossen.

Die wichtigsten Eigenschaften

  • 1Betreiber: SIX BillingHub AG
  • 2Nutzer (Stand 2026): >3 Mio. Privatpersonen, >100'000 Unternehmen
  • 3Format: ISO 20022 mit eBill-Erweiterungen
  • 4Angeschlossene Banken: alle Schweizer Retail- und Geschäftsbanken
  • 5Anbindung Rechnungssteller: über zertifizierten Partner oder ERP-Integration
  • 6Kosten: typischerweise CHF 0.50-2.00 pro versendeter eBill (KMU-Tarife)
  • 7Empfänger zahlt nichts für den Empfang

Lohnt sich eBill für KMU?

Für KMU mit regelmässigem Rechnungsversand an Privatkunden (B2C) oder Geschäftskunden (B2B) lohnt sich eBill in den meisten Fällen, weil die Zahlungsquote und Zahlungsgeschwindigkeit deutlich steigt: eBill-Rechnungen werden im Schnitt 30-50 Prozent schneller bezahlt als klassische QR-Rechnungen per PDF. Die Kosten von CHF 0.50-2.00 pro eBill amortisieren sich oft schon über reduzierten Papier-, Druck- und Portoaufwand. Zudem entfällt das Versenden von Mahnungen, weil der Empfänger die Rechnung direkt im E-Banking sieht und meist sofort bestätigt. Die technische Anbindung erfolgt in der Regel über die KMU-Software (Finito Pro, bexio etc.), die einen Partnerschaftsvertrag mit einem eBill-Network-Partner unterhält. Reine PDF-Mailversender bleiben ein gangbarer Weg, verlieren aber Zahlungs-Geschwindigkeit und Automation.

eBill vs. PDF-Rechnung per E-Mail

AspektPDF per E-MaileBill
Empfänger sieht Rechnung inE-Mail-InboxE-Banking direkt
BezahlungManuell QR-Code scannenEin Klick im E-Banking
Zahlungs-GeschwindigkeitNormal30-50% schneller
Versandkosten KMUPraktisch nullCHF 0.50-2.00 / Rechnung
Aufbewahrung EmpfängerManuellAutomatisch im E-Banking-Archiv
MahnquoteHöherDeutlich tiefer

Häufige Fragen zu eBill

Was ist der Unterschied zwischen eBill und QR-Rechnung?

Die QR-Rechnung ist das Rechnungsformat (Papier oder PDF mit Swiss QR Code). eBill ist der digitale Versandkanal direkt ins E-Banking — eBill nutzt im Hintergrund ebenfalls QR-Rechnung-kompatible Daten. Beide ergänzen sich: Sie können die gleiche Rechnung als PDF (QR-Rechnung) und als eBill versenden.

Wie melde ich mein KMU für eBill an?

Über einen eBill-Network-Partner. Häufig läuft die Anmeldung über die KMU-Software oder den Treuhänder. SIX hat eine Liste zugelassener Partner. Anmeldung dauert typischerweise 1-2 Wochen.

Was kostet eBill für meine Kunden?

Für Privatkunden und KMU als Empfänger ist eBill kostenlos. Nur der Rechnungssteller zahlt eine Gebühr pro versendeter eBill — typischerweise CHF 0.50 bis 2.00, je nach Volumen und Anbieter.

Muss ich neben eBill noch QR-Rechnungen per E-Mail versenden?

Nicht zwingend. Wenn der Empfänger eBill nutzt, reicht eine reine eBill-Rechnung. Wer eBill noch nicht aktiviert hat, erhält die Rechnung weiterhin als PDF mit QR-Code. Moderne KMU-Software wie Finito Pro entscheidet automatisch pro Empfänger.

Können Privatkunden eBill aktivieren?

Ja, kostenlos im E-Banking jedes Schweizer Retail-Banks. Aktivierung dauert wenige Klicks und ist sofort wirksam.

Quellen & Standards

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