Gerüstbau Software: Teile-Tracking und automatische Mietabrechnung
Wie Gerüstbauunternehmen jedes Teil tracken, Standzeiten berechnen und Mietabrechnungen automatisieren.
Gerüstbau in der Schweiz: Eine Branche mit besonderen Anforderungen
Der Schweizer Gerüstbau ist ein hochspezialisiertes Gewerbe mit enormem Kapitaleinsatz. Ein typisches Gerüstbauunternehmen hat Material im Wert von CHF 500'000.– bis mehreren Millionen im Umlauf — verteilt auf Dutzende von Baustellen. Die zentrale Herausforderung: Jedes Teil muss jederzeit lokalisierbar sein, und die Standzeiten müssen korrekt abgerechnet werden.
«Im Gerüstbau ist das Material das Kapital. Jedes nicht verrechenbare Gerüstteil kostet täglich Geld.» — Schweizerische Gerüstbau-Unternehmer-Vereinigung
Die grössten Herausforderungen
- Materialverlust: Durchschnittlich 3–5% des Materials gehen jährlich verloren
- Falsche Abrechnung: Standzeiten werden manuell geschätzt statt exakt gemessen
- Inspektionspflichten: SN EN 12811 fordert regelmässige Prüfungen
- Logistik: Material muss termingerecht auf die richtige Baustelle geliefert werden
- SUVA-Auflagen: Strenge Sicherheitsvorschriften bei der Montage
SN EN 12811: Normen und Prüfpflichten
Die europäische Norm SN EN 12811 (Teile 1–3) regelt die Anforderungen an Fassadengerüste in der Schweiz. Gerüstbauunternehmen müssen folgende Dokumentation führen:
Pflichtdokumentationen
- Aufbauanweisung: Für jede Gerüstkonfiguration muss eine Aufbauanweisung vorliegen
- Prüfprotokoll nach Aufstellung: Vor der ersten Benutzung muss das Gerüst geprüft werden
- Periodische Prüfungen: Alle 4 Wochen oder nach besonderen Ereignissen (Sturm, Schneefall)
- Freigabeprotokoll: Nur freigegebene Gerüste dürfen betreten werden
Digitale Prüfprotokolle
Mit einer digitalen Gerüstbau-Software werden Prüfprotokolle:
- Standardisiert erstellt anhand normgerechter Checklisten
- Vor Ort ausgefüllt mit Tablet oder Smartphone
- Fotografisch dokumentiert — kritische Stellen werden markiert
- Automatisch archiviert und dem Projekt zugeordnet
- Erinnerungen generiert — kein Prüftermin wird vergessen
Teile-Tracking: Jedes Element im Blick
Das Teile-Tracking ist die Kernfunktion einer Gerüstbau-Software. Es umfasst:
Inventarverwaltung
Ein typisches Gerüstbau-Inventar umfasst:
- Rahmenteile: Vertikalrahmen, Horizontalriegel, Diagonalen
- Belagteile: Stahlbeläge, Holzbeläge, Durchstiegsbeläge
- Sicherheitsteile: Geländer, Bordbretter, Netze, Fanglagen
- Kupplungen und Verbinder: Normalkupplungen, Drehkupplungen, Anker
- Sonderteile: Konsolenteile, Treppenaufgänge, Fahrgerüst-Komponenten
Digitales Tracking pro Baustelle
- Ein-/Ausbuchung: Bei Lieferung und Rücknahme werden alle Teile erfasst
- Barcode/QR-Code: Jedes Bauteil erhält eine eindeutige Kennung
- Baustellen-Übersicht: Welches Material steht auf welcher Baustelle?
- Fehlmengen: Sofort erkennen, wenn Teile fehlen
- Schadenserfassung: Defekte Teile werden markiert und aus dem Umlauf genommen
Gerüstbauunternehmen, die ein digitales Teile-Tracking einsetzen, reduzieren ihren jährlichen Materialverlust um durchschnittlich 60% — bei einem Inventarwert von CHF 1 Mio. sind das CHF 18'000.– bis 30'000.– Ersparnis pro Jahr.
Automatische Mietabrechnung: Standzeiten korrekt verrechnen
Die Mietabrechnung ist das finanzielle Herzstück eines Gerüstbauunternehmens. Die meisten Betriebe arbeiten mit Mietmodellen, bei denen der Kunde für die Standzeit des Gerüsts zahlt:
Typische Mietmodelle in der Schweiz
- Wochenmiete: Abrechnung pro angefangene Woche (am häufigsten)
- Monatsmiete: Bei Langzeitprojekten (Hochbau, Sanierungen)
- Pauschalmiete: Fester Preis für eine definierte Mietdauer
- Degressive Miete: Mietpreis sinkt mit zunehmender Standzeit
Automatische Berechnung
Die Software berechnet automatisch:
- Standzeit: Vom Aufstelldatum bis zur Demontage, tagesgenau
- Mietpreis: Basierend auf dem vereinbarten Mietmodell
- Verlängerungen: Automatische Erkennung, wenn die vereinbarte Mietdauer überschritten wird
- Zuschläge: Für Sondergerüste, erschwerte Zugänglichkeit oder Winteraufschläge
- QR-Rechnung: Automatische Generierung der Mietrechnung
Praxisbeispiel: Gerüstbau Ammann AG
Die Gerüstbau Ammann AG verwaltet 35 Baustellen gleichzeitig. Vor der Digitalisierung wurden Mietabrechnungen manuell erstellt — ein Prozess, der 2 Tage pro Monat beanspruchte. Mit automatischer Mietabrechnung:
- Zeitaufwand: Von 16 Stunden auf 2 Stunden pro Monat
- Fehlerrate: Von 8% auf unter 1%
- Zusätzlicher Ertrag: CHF 12'000.– pro Jahr durch korrekte Verrechnung vergessener Verlängerungen
SUVA-Prüfungen und Sicherheitsmanagement
Die SUVA stellt strenge Anforderungen an die Sicherheit im Gerüstbau:
SUVA-Anforderungen digital erfüllen
- Ausbildungsnachweis: Jeder Gerüstbauer muss die SUVA-Ausbildung absolviert haben
- Tägliche Sicherheitskontrolle: Vor Arbeitsbeginn am Gerüst
- Witterungsbedingungen: Arbeitsverbot bei Windstärke über 60 km/h
- Absturzsicherung: Während der Montage/Demontage zwingend
- Tragfähigkeit: Maximale Belastung darf nie überschritten werden
Digitale SUVA-Checklisten
- Morgendliche Gerüstkontrolle per App durchführen
- Witterungsdaten automatisch erfassen und protokollieren
- Schulungsnachweise zentral verwalten und Ablaufdaten überwachen
- Unfallmeldungen direkt in der App erfassen und an die SUVA übermitteln
Logistik: Material termingerecht zur Baustelle
Die Logistik ist im Gerüstbau ein kritischer Erfolgsfaktor:
- Tourenplanung: LKW-Fahrten optimal planen und Leerfahrten vermeiden
- Ladungslisten: Automatische Zusammenstellung der benötigten Teile pro Baustelle
- Verfügbarkeitsprüfung: Vor der Disposition prüfen, ob alle Teile verfügbar sind
- Rücktransport: Demontiertes Material effizient zurückführen
Fazit: Digitales Teile-Tracking rechnet sich sofort
Für Schweizer Gerüstbauunternehmen ist digitales Teile-Tracking und automatische Mietabrechnung kein Luxus — es ist die Grundlage für profitables Arbeiten. Die Investition amortisiert sich in der Regel innerhalb weniger Monate. Finitopro bietet Gerüstbauern eine spezialisierte Lösung für Inventarverwaltung, Standzeit-Tracking und automatische Mietabrechnung — alles in einer App.
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